Stand: Oktober 2026. Zehn Unternehmen kann man noch überblicken. Zwanzig klingen vernünftig verteilt. Fünfzig wirken beinahe institutionell. Die Frage, wie viele Aktien in ein Depot gehören, lädt deshalb zu einer einfachen Zahl ein. Nur beantwortet diese Zahl selten das eigentliche Problem: Wie viel kann eine einzelne Fehlentscheidung beschädigen, welche Risiken bleiben gemeinsam bestehen und wie viele Unternehmen lassen sich dauerhaft vernünftig begleiten?
Mich überzeugt weder das pauschale Lob eines konzentrierten Depots noch die Vorstellung, dass jede zusätzliche Position automatisch ein Fortschritt sei. Ein Depot mit acht Einzelaktien neben einem breit gestreuten Fondskern ist etwas anderes als ein Depot, dessen gesamtes Vermögen auf acht Firmen verteilt ist. Und vierzig Namen sind kein Sicherheitsnetz, wenn drei davon den größten Teil des Geldes enthalten.
Die sinnvolle Aktienanzahl ergibt sich aus der Struktur, nicht umgekehrt. Dieser Artikel zeigt dafür einen Entscheidungsrahmen mit nachvollziehbaren Rechnungen. Sämtliche Zahlenbeispiele sind selbst konstruierte Modelle. Sie beschreiben keine realen Wertpapiere und keine für dich empfohlene Aufteilung.
Die direkte Antwort
Es gibt keine allgemein optimale Zahl. Bei einem reinen Einzelaktiendepot begrenzen zusätzliche, unterschiedlich ausgerichtete Unternehmen vor allem einzelne Unternehmensrisiken. Mit einem breiten Fondskern können wenige zusätzliche Aktien lediglich eine kleine Ergänzung sein. In beiden Fällen zählen Gewichte, gemeinsame Abhängigkeiten, Kosten und verfügbare Analysezeit.
Zuerst klären: Wie viele Positionen oder wie viele Unternehmen?
Im Depot steht ein globaler Aktienfonds als eine Zeile. Wirtschaftlich können dahinter zahlreiche Unternehmen liegen. Dreißig direkt gehaltene Aktien stehen dagegen in dreißig Zeilen. Schon deshalb ist die Zahl der angezeigten Positionen kein geeigneter alleiniger Vergleichsmaßstab.
Investor.gov unterscheidet die Streuung zwischen Anlageklassen von der Streuung innerhalb einer Anlageklasse. Fonds können den Zugang zu vielen Anlagen erleichtern; ein eng auf eine Branche ausgerichteter ETF ist jedoch nicht automatisch breit diversifiziert. [1] Die Verpackung sagt weniger aus als ihr Inhalt.
Für die Frage nach der Aktienanzahl würde ich deshalb drei Ebenen auseinanderhalten: die Zahl der handelbaren Depotpositionen, die Zahl der wirtschaftlich gehaltenen Unternehmen und deren gemeinsame Einflussgrößen. Die ersten beiden lassen sich häufig zählen. Die dritte verlangt Analyse. Zehn Unternehmen mit unterschiedlichen Namen können beispielsweise vom selben Investitionszyklus ihrer Kunden abhängen.
Die ausführliche Durchschau durch Fonds behandelt unser Beitrag zum Klumpenrisiko im Depot. Hier geht es um die anschließende Entscheidung: Welche zusätzliche Position verbessert die Struktur tatsächlich?
Was zusätzliche Aktien gegen einen einzelnen Fehler ausrichten
Beginnen wir mit einem einfachen Modell. Das gesamte betrachtete Vermögen besteht aus gleich gewichteten Einzelaktien. Genau ein Unternehmen verliert plötzlich 80 Prozent seines Börsenwerts. Alle übrigen Kurse bleiben unverändert. Es gibt weder Kredite noch Transaktionen während des Kurssturzes.
Bei fünf Aktien entfallen 20 Prozent auf die betroffene Firma. Der Depotverlust beträgt damit 16 Prozent. Bei zwanzig Aktien sind es vier Prozent. Bei vierzig Aktien nur zwei Prozent. Die Rechnung lautet jeweils: Positionsgewicht multipliziert mit dem Verlust dieser Position.
−16 %
20 % Gewicht je Titel
−8 %
10 % Gewicht je Titel
−4 %
5 % Gewicht je Titel
−2 %
2,5 % Gewicht je Titel
Eigene hypothetische Rechnung. Nur eine Aktie fällt; die anderen bleiben unverändert. Das ist kein maximal möglicher Depotverlust.
Das Beispiel erklärt einen realen Mechanismus, aber nicht den gesamten Nutzen von Diversifikation. Es sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich ein solcher Einzelfall ist, wie stark die anderen Aktien reagieren und welche Rendite das Depot erzielt. Aus der Tabelle lässt sich deshalb keine wissenschaftlich optimale Zahl ableiten.
Fallen stattdessen alle Aktien gleichzeitig um 30 Prozent, verliert jedes dieser vollständig investierten Aktiendepots 30 Prozent. Dann ist die Zahl der Namen für diesen speziellen Schock unerheblich. Genau diese Unterscheidung zwischen Einzelrisiko und gemeinsamem Risiko verhindert falsche Sicherheitsversprechen.
Warum der zusätzliche Diversifikationseffekt kleiner werden kann
Das CFA Institute beschreibt Portfoliorisiko als Zusammenspiel von Gewichten, Einzelschwankungen und Korrelationen. Je mehr Anlagen zusammenkommen, desto wichtiger werden ihre gegenseitigen Beziehungen für das verbleibende Risiko. [2] Um diese Logik sichtbar zu machen, lässt sich ein bewusst vereinfachtes Modell konstruieren.
Wir nehmen an, jede Aktie habe eine jährliche Volatilität von 30 Prozent. Jede Paarbeziehung besitze dieselbe Korrelation von 0,35. Alle Aktien sind gleich gewichtet. Dann ergibt sich die Portfolio-Volatilität als 30 Prozent multipliziert mit der Quadratwurzel aus 0,35 plus 0,65 geteilt durch die Zahl der Aktien.
Diese Formel ist eine Vereinfachung der Varianzrechnung unter identischen Einzelschwankungen und Korrelationen. Sie ist keine Schätzung für deutsche Aktien, kein Backtest und keine Behauptung über die Zukunft. Gerade dadurch lässt sich der Effekt der Anzahl isoliert zeigen.
1 Aktie: 30,00 % Volatilität
5 Aktien: 20,78 %
20 Aktien: 18,55 %
40 Aktien: 18,16 %
Eigene Modellrechnung; vollständiger Balken = 30 % Volatilität. Gleiche Gewichte, 30 % Einzeltitelvolatilität und einheitliche Korrelation von 0,35. Volatilität ist keine Verlustobergrenze.
Der Sprung von einer auf fünf Aktien verändert in dieser Modellwelt viel. Von zwanzig auf vierzig ist die zusätzliche Verringerung kleiner. Trotzdem folgt daraus nicht, dass die einundzwanzigste Aktie nutzlos wäre. Sie könnte ein bislang fehlendes Geschäftsmodell einbringen, während eine neue Firma aus derselben Nische kaum zusätzliche Streuung liefert.
Ändert sich die Korrelation, ändert sich auch das Ergebnis. Bei perfekt gleichlaufenden Renditen bleibt die Volatilität trotz beliebig vieler Titel auf dem Niveau der Einzelaktien. Die scheinbar entscheidende Frage nach der Anzahl hängt also von einer zweiten Frage ab: Was wird durch die zusätzlichen Käufe überhaupt anders?
Ungleiche Gewichte können die Zahl der Aktien entwerten
Stelle dir ein Depot mit dreißig Einzelaktien vor. Eine Firma macht 35 Prozent aus, die übrigen 29 teilen sich 65 Prozent. Verliert die große Position 60 Prozent und bleiben alle anderen unverändert, sinkt das Gesamtdepot um 21 Prozent. Die 29 weiteren Namen ändern an dieser Rechnung nichts.
Gleichgewichtung ist deshalb ein hilfreicher Ausgangspunkt für Modellvergleiche, aber keine Beschreibung jedes tatsächlichen Depots. Auch eine ursprünglich gleiche Verteilung kann sich durch unterschiedliche Kursentwicklungen verschieben. FINRA nennt solche Wertentwicklungen ausdrücklich als mögliche Ursache wachsender Konzentration. [3]
Ich würde die Frage nach einer neuen Aktie daher mit einem Blick auf die bestehenden Gewichte verbinden. Eine zusätzliche Position von 0,2 Prozent kann das Depot optisch vergrößern, während sein Ergebnis weiterhin an wenigen großen Beteiligungen hängt. Die Liste wird länger; die wirtschaftliche Struktur verändert sich kaum.
Aus einem Verlustbudget lässt sich eine Prüfgröße ableiten
Ein praktikablerer Ausgangspunkt als eine runde Aktienzahl ist ein ausdrücklich gesetztes Verlustbudget. Angenommen, eine einzelne Direktposition soll bei einem angenommenen Kursverlust von 80 Prozent höchstens vier Prozentpunkte des Gesamtvermögens kosten. Dann darf ihr Gewicht in dieser Rechnung höchstens fünf Prozent betragen: vier geteilt durch achtzig.
Wäre das gesamte Vermögen ausschließlich in solchen Positionen investiert und jede auf höchstens fünf Prozent begrenzt, wären mindestens zwanzig Titel nötig. Das ist keine Empfehlung für zwanzig Aktien. Es ist die mathematische Folge der gewählten Annahmen. Wird der angenommene Einzeltitelverlust auf hundert Prozent erhöht, sinkt bei gleichem Budget das zulässige Gewicht auf vier Prozent.
Außerdem schützt dieses Budget nur gegen den isoliert betrachteten Verlust. Mehrere Unternehmen können gleichzeitig betroffen sein. Eine zusätzliche Sektor- oder Szenarioprüfung bleibt nötig. Der Portfolio-Stresstest untersucht genau diese gemeinsame Belastung.
Ein ETF-Kern verändert die Bedeutung zusätzlicher Einzelaktien
Betrachten wir ein anderes Modell: 80 Prozent des Vermögens liegen in einem breit gestreuten Aktienfonds, 20 Prozent in fünf gleich gewichteten Einzelaktien. Jede Direktposition macht vier Prozent des Gesamtvermögens aus. Ihr isolierter Verlust von 80 Prozent würde den direkten Depotanteil um 3,2 Prozentpunkte belasten.
Nun kommt die wichtige Einschränkung: Dieselbe Firma kann zusätzlich im Fonds stecken. Deshalb ist die gesamte Unternehmensbeteiligung gegebenenfalls größer als die direkte Vier-Prozent-Position. Der Fondskern darf weder als leerer Platzhalter noch als garantiert unabhängige Anlage behandelt werden.
Die Entscheidung lautet hier trotzdem nicht „Sind fünf Aktien genug für ein ganzes Aktiendepot?“. Sie lautet: „Ist eine Ergänzung von insgesamt zwanzig Prozent mit diesen Gewichtungen und Überschneidungen beabsichtigt?“ Wer diese beiden Fragen vermischt, überträgt Regeln für reine Einzelaktiendepots auf einen anderen Aufbau.
FINRA beschreibt Streuung innerhalb und zwischen Anlageklassen als unterschiedliche Aufgaben. [4] Auch ein breiter Aktienfonds beseitigt daher nicht das Risiko eines insgesamt hohen Aktienanteils. Wenige Depotzeilen können breit über Unternehmen streuen und zugleich stark am Aktienmarkt hängen.
Die unterschätzte Obergrenze: Wie viele Firmen kannst du wirklich begleiten?
Die Anzahl hat nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine praktische Seite. Für jede bewusst ausgewählte Firma sollte nachvollziehbar bleiben, warum sie gehalten wird, welche Entwicklung die These widerlegen würde und welche neuen Informationen dafür relevant sind. Sonst wird aus einer Auswahl mit der Zeit eine Sammlung unbeaufsichtigter Geschichten.
Nehmen wir als reines Planungsbeispiel 90 Minuten je Unternehmen und Quartal an. Zwanzig Firmen benötigen dann 30 Stunden pro Quartal, vierzig Firmen 60 Stunden. Auf vier Quartale gerechnet sind das 120 beziehungsweise 240 Stunden. Erstanalyse, außergewöhnliche Ereignisse und die Prüfung neuer Kandidaten sind darin noch nicht enthalten.
Diese 90 Minuten sind kein Branchenstandard. Manche Unternehmen verlangen erheblich mehr Aufmerksamkeit, andere zeitweise weniger. Der Sinn der Rechnung besteht darin, eine unbestimmte Aufgabe in ein sichtbares Zeitbudget zu übersetzen. „Ich halte vierzig Aktien“ ist schnell gesagt. „Ich reserviere dafür sechzig konzentrierte Stunden pro Quartal“ klingt bereits anders.
Eine geringe verfügbare Analysezeit ist allerdings kein Argument dafür, das gesamte Geld auf drei Firmen zu konzentrieren. Es kann vielmehr ein Grund sein, weniger Einzeltitelauswahl zu betreiben und die gewünschte Breite anders umzusetzen. Weniger eigene Entscheidungen müssen nicht weniger Streuung bedeuten.
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Warum kleine Sparbeträge keine zwanzig monatlichen Käufe verlangen
Die gewünschte Zahl langfristiger Beteiligungen muss nicht identisch sein mit der Zahl monatlicher Transaktionen. Das wird besonders bei kleinen regelmäßigen Beträgen relevant. Ein Modell mit 200 Euro monatlichem Budget und zwanzig gleich großen Käufen würde lediglich zehn Euro je Kauf verteilen.
Unterstellen wir hypothetisch 1,50 Euro feste Ausführungskosten je Kauf. Zwanzig Transaktionen würden 30 Euro kosten, also 15 Prozent des monatlichen Budgets. Zwei Käufe mit zusammen demselben Anlagebetrag würden in diesem vereinfachten Gebührenmodell drei Euro kosten. Tatsächliche Sparplankosten und Gebühren können völlig anders aussehen; das Beispiel ist kein aktueller Brokervergleich.
Es zeigt lediglich, dass man Zielstruktur und Ausführungsrhythmus trennen sollte. Ein Depot kann über Zeit aufgebaut werden. Neue Einzahlungen können gezielt eingesetzt werden, ohne jeden vorhandenen Titel jeden Monat nachzukaufen. Dabei müssen die vorübergehenden Gewichte zur eigenen Planung passen.
Auch kostenfreie Ausführungen lösen nicht jede Frage. Sehr kleine Positionen können viel Beobachtungsaufwand verursachen, obwohl sie das Ergebnis kaum beeinflussen. Eine Position sollte eine erkennbare Funktion haben, nicht nur das Gefühl vermitteln, bei einer interessanten Geschichte dabei zu sein.
Kann ein Depot zu stark diversifiziert sein?
Hier werden oft zwei Probleme verwechselt. Das erste ist überflüssige Komplexität: zahlreiche ähnliche Produkte, kleine Restpositionen und unklare Zuständigkeiten im eigenen Prozess. Das zweite ist breite wirtschaftliche Streuung. Das ist nicht dasselbe.
Eine winzige zusätzliche Position kann wenig zum Ergebnis beitragen. Daraus folgt aber nicht, dass ein breit streuender Fonds wegen seiner vielen Beteiligungen automatisch ein schlechteres Instrument wäre. Der Fonds wird nicht dadurch aufwendiger für dich, dass du selbst jede einzelne Firma im selben Umfang wie eine aktiv ausgewählte Direktposition analysieren müsstest.
Konzentration vergrößert den Einfluss guter Entscheidungen – und den schlechter Entscheidungen. Sie erzeugt nicht von selbst die Fähigkeit, die richtigen Unternehmen auszuwählen. Wer ein konzentriertes Depot begründet, sollte deshalb mehr vorlegen als hohe Überzeugung: nachvollziehbare Analyse, ein bewusstes Risikobudget und einen Plan für den Fall, dass die These falsch ist.
Die bessere Frage vor jeder zusätzlichen Aktie
Ich würde nicht zuerst fragen, ob noch Platz für Nummer 21 ist. Ich würde fragen, welche Aufgabe diese Beteiligung erfüllt. Erschließt sie ein anderes Geschäftsmodell? Ersetzt sie eine schwächere Analyse? Verändert sie eine unbeabsichtigte Konzentration? Oder ist sie lediglich eine weitere Variante einer bereits großen Wette?
Danach folgt die Größenfrage. Wenn die Aktie zu klein gewichtet wird, um spürbar zu wirken, ist möglicherweise gar keine zusätzliche Position nötig. Wenn sie groß gewichtet werden soll, müssen die Folgen eines Irrtums in Euro und Prozentpunkten sichtbar werden. Die Unternehmensanalyse-Checkliste prüft die einzelne Firma; die Portfolioentscheidung beginnt dort, wo diese Analyse auf die vorhandenen Bestände trifft.
Eine gut recherchierte, möglicherweise unterbewertete Aktie ist daher nicht automatisch ein notwendiger Kauf. Es kann vernünftig sein, sie nur zu beobachten. Eine Watchlist ist kein unvollständiges Depot, sondern ein Ort für Ideen, die noch keinen angemessenen Platz im Portfolio haben.
Ein Entscheidungsrahmen ohne magische Zahl
Lege zuerst fest, ob die Einzelaktien das gesamte Aktienvermögen oder nur eine Ergänzung bilden. Bestimme dann, welche Auswirkungen eine einzelne Fehleinschätzung höchstens haben soll. Prüfe anschließend gemeinsame Abhängigkeiten und die Informationen, die hinter Fondspositionen liegen. Erst danach lohnt die Frage, wie viele Firmen zur Umsetzung nötig sind.
Stelle dieser finanziellen Untergrenze deine organisatorische Kapazität gegenüber. Wenn die gewünschte Breite mehr laufende Einzeltitelarbeit verlangt, als du leisten kannst, sollte die Lösung nicht automatisch ein engeres Risikobudget ohne echte Streuung sein. Die Umsetzungsform kann geändert werden.
Für die Bestandsaufnahme lässt sich ein Portfolio mit ChatGPT strukturiert prüfen. Die KI kann Gewichte sortieren und Datenlücken sichtbar machen. Sie kann jedoch nicht aus einer fehlenden eigenen Strategie die passende Zahl von Aktien errechnen.
Häufige Fragen zur Anzahl von Aktien im Depot
Sind zehn Aktien zu wenig?
Für ein ausschließlich aus zehn gleich gewichteten Aktien bestehendes Depot trägt jede Firma zehn Prozent bei. Das ist eine andere Risikostruktur als zehn kleine Ergänzungen zu einem breiten Fondskern. Ohne Gewichtungen, Geschäftsmodelle und den übrigen Vermögensrahmen ist die Zahl allein nicht ausreichend.
Sind zwanzig Aktien automatisch gut diversifiziert?
Nein. Zwanzig Unternehmen können ähnlich abhängig sein oder sehr ungleich gewichtet werden. Unsere Modelle zeigen eine mögliche Wirkung zusätzlicher Titel unter klaren Annahmen, nicht die Garantie einer bestimmten Anzahl.
Muss ein größeres Depot mehr Einzelaktien enthalten?
Nicht zwingend. Ein größerer Betrag verändert die wirtschaftliche Bedeutung von Gewinnen und Verlusten, aber nicht automatisch den zusätzlichen Nutzen einer weiteren Firma. Ziele, Risikobudget, Produktwahl und Analysekapazität bleiben entscheidend.
Fazit: Die richtige Anzahl ist ein Ergebnis deiner Regeln
Eine Aktienzahl ist leicht zu merken. Eine vernünftige Portfoliostruktur ist anspruchsvoller. Sie verbindet begrenzte Einzelrisiken mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Abhängigkeiten und einer Umsetzung, die sich im Alltag aufrechterhalten lässt.
Deshalb würde ich nicht mit zwanzig leeren Plätzen beginnen, die anschließend gefüllt werden müssen. Ich würde mit der Frage beginnen, welche Verluste einzelne Entscheidungen verursachen dürfen und welche Arbeit jede Beteiligung verlangt. Daraus entsteht eine begründete Anzahl – oder die Erkenntnis, dass weniger selbst ausgewählte Einzelaktien neben breiter Streuung die passendere Struktur sein können.
Methodenartikel, keine individuelle Anlageberatung. Alle Modelle vereinfachen reale Verhältnisse. Es werden weder konkrete Aktien noch eine persönliche Zielallokation empfohlen.
Quellen und Methodik
- Investor.gov: Asset Allocation and Diversification – Streuung zwischen und innerhalb von Anlageklassen sowie Grenzen eng ausgerichteter Fonds.
- CFA Institute: Portfolio Risk and Return, Part I – Gewichte, Einzelschwankungen, Korrelation und Portfoliorisiko.
- FINRA: Concentrate on Concentration Risk – Konzentration durch Gewichtung, Wertentwicklung und Fondsüberschneidungen.
- FINRA: Asset Allocation and Diversification – Zusammenhang von Vermögensaufteilung und Streuung.
Volatilitätsmodell, Verlustbudgets, Zeit- und Gebührenbeispiele: eigene hypothetische Berechnungen. Quellen zuletzt geprüft am 3. Oktober 2026.
Bildnachweis: DS stories / Pexels. Redaktionelles Symbolfoto, auf 16:9 zugeschnitten.


